Sie sind hier:  >>> Literatur  >>> Geschichten 

Gartenzaunreiterinnen, Die - Kapitel 9

Nicolas Scheerbarth 


Larissa informierte mich ausführlich über die Heilige Hochzeit. Sie war ein uraltes Ritual, die Hochzeit zwischen einem Gott und einem Menschen, und diente in antiken Zeiten als Beschwörung der Fruchtbarkeit. Eigentlich sollte sie im Frühjahr stattfinden, doch Larissas Gemeinschaft hatte sie schon vor langer Zeit in den Hochsommer verlegt. Es gab dafür eine komplizierte theologische Erklärung, doch ich vermute, dass die Verantwortlichen damals vor allem pragmatische Gründe hatten. Es war in unseren Breiten, zumal in England, wo die Gruppe entstanden war, im März oder April nunmal zu kalt, um vom Nachmittag bis in die späte Nacht praktisch nackt im Freien zu sein.
Schließlich sagte ich zu; ich würde für die Heilige Hochzeit dieses Jahres als Bräutigam zur Verfügung stehen. Meine Rolle war es, unter den acht Priesterinnen diejenige herauszufinden, in der Astarte sich manifestiert hatte, und mit ihr eine besondere Art der Vereinigung zu vollziehen, deren Wirkung sich den übrigen Priesterinnen und der Gemeinde als glücksbringender Segen mitteilen würde.

An einem der folgenden Abende lernte ich Larissas sieben Kolleginnen kennen, und beim darauf folgenden Monatstreffen auch die übrigen Mitglieder der Gemeinschaft, etwa dreißig, zu zwei Drittel Frauen. Nach dem offiziellen Zeremoniell erlebte ich einige der eigenartigsten Stunden meines Lebens. Um den anderen Priesterinnen Gelegenheit zu geben, mich besser kennenzulernen, trafen wir uns bei Larissa - zu sieben Einzelgesprächen, die jeweils auf eine Viertelstunde begrenzt waren! Auch wenn ich Larissas Urteil sonst vertraute, hegte ich bei diesem an Speed-Dating erinnernden Schnelldurchlauf doch starke Zweifel. Ich regte an, dass ich die Frauen "richtig" treffen und mir für jede einen Abend Zeit nehmen sollte, doch das lehnte Larissa strikt ab.
"Ihr sollt euch ja gar nicht in dieser Form kennenlernen, nicht vor dem Fest! Wenn du jede von uns für einen ganzen Abend triffst, kann das alle möglichen unerwünschten Folgen haben; ungünstig genug, dass es bei uns beiden schon zu spät ist. Ihr könntet euch so unsympathisch finden, dass die eine den Kreis verlässt oder zumindest die Wahl bei dem Fest nicht mehr frei wäre. Oder umgekehrt, könntest du jemanden treffen, den du so anziehend findest, dass die Wahl ebenfalls zur Makulatur wird. Glaubs mir, es ist besser so. Auch wir beide werden in den nächsten Wochen keinen Sex außerhalb der Übungen zusammen haben können. Um das ganz klar zu machen: Es ist nicht erwünscht, dass eine meiner sieben Schwestern dich bis zum Fest alleine trifft und ihr gar eine 'Proberunde' dreht! Du kannst anschließend mit allen und jeder so oft Sex haben, wie ihr wollt, doch bis dahin musst du dir dein Vergnügen woanders suchen oder, noch besser, etwas Enthaltsamkeit üben."
Ich habe keine Vorstellung davon, was Larissa gesagt hätte, hätte sie gewusst, dass es zu diesem Zeitpunkt schon zu spät war. Bereits als ich die sieben zum allerersten Mal sah, bereits in den ersten Sekunden, war es zu spät. Ich hatte mich, konzentriert auf mein freundlichstes, strahlendes Lächeln, langsam in dem Raum umgeblickt - und war wie vom Blitz getroffen. Ich hatte Ayla gesehen. Und auch Ayla sah mich nicht wie die anderen an, neugierig, freundlich, doch abwartend neutral. Ayla war die einzige außer Larissa, die sich vom ersten Moment an mit der ganzen Gewissheit ihres Glaubens zu mir hingezogen fühlte.
Wir haben danach nicht gegen die Regel verstoßen, auch wenn Ayla ein paar Mal ganz zufällig bei Larissa auftauchte, als ich dort meine Übungen machte. Dennoch wussten wir beide, sogar schon vor der zugestandenen Viertelstunde, dass wir nach dem Hieros Gamos noch eine ganz persönliche Vereinigung feiern würden.

Vom Tag dieses Kennenlernens an waren es noch vier Wochen bis zu dem geplanten Termin, und ich hatte ein strammes Vorbereitungsprogramm zu absolvieren. Larissa trug mir einige Übungen auf, vom kontrollierten Atmen über Meditation und Yoga bis zu reinen Denksportaufgaben. Ich fand mich rasch hinein und verbrachte praktisch jeden Abend eine oder zwei Stunden mit meinen Vorbereitungen.
Larissa kontrollierte und korrigierte mich regelmäßig. Dabei lernte ich sie von einer ganz anderen Seite kennen, nicht unfreundlich, aber von einer Strenge und Festigkeit, die in nichts an die lockerer Larissa unserer ersten Wochen erinnerte. Selbst als wir nach und nach die körperlichen Elemente des Rituals erprobten, blieb sie auf eine Weise distanziert, dass der Sex dabei wie eine Turnübung im Schulunterricht wirkte.

~+~

Die Runde war groß innerhalb des von Fackeln abgesteckten Bereichs, etwa acht Meter im Durchmesser, und auch bis zu Louises Nachbarin hatte ich ein paar Schritte zu gehen. Ich war wie in Trance und bemerkte kaum, wie ich einen Fuß vor den anderen setzte. So dehnte sich die Zeit, und auf dem Weg zu Karla schossen mir einige Erinnerungen durch den Kopf.
Karla war die einzige der acht Frauen, die mir ablehnend begegnet war - nicht als Mensch oder weil sie mich für die falsche Person bei dem Ritual hielt, sondern als Mann. Karla war Lesbe bis in die Haarspitzen, und wenn man Bobby mit einem androgynen Jungen vergleichen konnte, wirkte Karla in mancher Hinsicht wie ein Mann. Einen halben Kopf kleiner als ich, untersetzt und breitschultrig, mit kräftigen Muskeln an Armen und Beinen - mehr hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt nicht gesehen -, einem militärischen Bürstenhaarschnitt und einem zu mürrischer Verschlossenheit neigenden, runden Gesicht.

"Lass es uns kurz machen," begann sie unser Viertelstundengespräch, "ich bin der Göttin ergeben und werde alles mitmachen, was nunmal dazu gehört. Aber ich bin nicht schwul. Ich war noch nie in meinem ganzen Leben mit einem Mann im Bett, und bei den Festen bisher hat mir, vielleicht deswegen, die Göttin auch nie die Ehre erwiesen, mich zu erwählen ... wenn du verstehst, was ich meine ..."
Ich verstand. Eine Figur wie Astarte musste zwangsläufig lesbische Frauen stark anziehen, selbst wenn ihre antike Herkunft eher auf allgemeine Wollust ohne Ansehen geschlechtlicher Unterschiede ausgerichtet war. Und ich nahm es Karla nicht übel. Wir unterhielten uns die restliche Zeit über belanglose Alltagsdinge, bis ich ganz zum Schluss zufällig den Namen meiner Firma erwähnte. Karla schien kurz zu erschrecken, und ich fragte sie, was los sei.
"Eigentlich nichts," meinte sie dann, "nur meine Frau arbeitet da."

Doch die eigentliche Überraschung kam etwa zwei Wochen später. Es war spät am Abend, und ich war gerade mit meinen Übungen fertig geworden, als es bei mir klingelte. Ich öffnete die Tür - und vor mir stand Karla.
"Kann ich kurz rein kommen?" fragte sie.
"Äh, ... ja klar," meinte ich überrascht und ließ sie eintreten. Ich bat sie ins Wohnzimmer und bemerkte leicht amüsiert, wie unsicher sie sich bewegte ... im Haus eines Mannes ... von dem sie noch dazu irgendetwas wollte - vom Bruch der Regel ganz zu schweigen. Sie hatte sichtlich Mühe, ihr Anliegen vorzutragen, und so half ich ihr zunächst mit einem großen Cognac, sich etwas zu entspannen.
Danach wurde es rasch sehr interessant. Sie hatte ihrer Partnerin Anke von dem Treffen mit mir erzählt, und es stellte sich heraus, dass Anke mich kannte und offenbar für einen sehr netten Kollegen hielt. Sie arbeitete in einer anderen Abteilung, doch wir hatten seit Jahren relativ häufig miteinander zu tun und auch schon ein oder zwei Mal zusammen Mittag gegessen. Anke hatte jedenfalls ihrer Karla mächtig ins Gewissen geredet, und Karla war nun hier, um die Scharte auszuwetzen. Sie entschuldigte sich für ihr grobes, unfreundliches Verhalten und rückte nach und nach, entspannt vom Cognac, mit dem Vorschlag heraus, wir könnten ja ... nur damit es beim Fest im Fall des Falles klappen würde ... doch mal probeweise miteinander schlafen.
Ich bemühte mich sehr, keine unpassende Reaktion zu zeigen. Karla stieß mich nicht ab, doch sie war auch nicht der Typ Frau, bei der ich mich vergessen und über jede Regel hinweg gesetzt hätte. Außerdem spürte ich, dass sie zwar dazu bereit war, ihr Vorhaben auch in die Tat umzusetzen, aber doch noch viel mehr inneren Widerstand besaß, als dass es zu einer wirklich positiven Erfahrung geführt hätte. Ich blickte sie eine Weile stumm an, dann stand ich auf, setzte mich neben sie und nahm sie in den Arm.
"Nein," sagte ich ganz leise. "Das musst du nicht tun. Wir müssen es nicht tun. Jedenfalls nicht jetzt, so und aus diesen Gründen. Du würdest es nicht mögen. Und ich kann nebenbei gesagt auch nicht, nicht richtig, wenn ich spüre, dass die Frau eigentlich nicht will. Es wäre einfach nichts wert, nein schlimmer, es könnte den Rest noch kaputt machen. Ich finde es ungeheuer beeindruckend, dass du mir dieses Angebot machst. Ich fühle mich sehr geehrt. Aber ich denke, wenn wir es zwischen uns jetzt genau so lassen, wie es ist ... wenn du so offen bleibst und so auch zu dem Fest kommst, dann wird es gut. Und wenn du danach noch immer willst, aus freien Stücken und ohne Furcht, dann komm wieder, und wir werden es beide genießen."

Ich stand vor Karla, und ein leises Lächeln der Erinnerung und des Einverständnisses huschte über ihr Gesicht. Ihr Umhang war violett und mit silbernen Symbolen der Astarte bestickt. Ohne Zögern griff sie nach der Schließe, und der leichte Stoff fiel zu Boden. Sie war wirklich kräftig gebaut, mit breiten Hüften, hervortretenden Muskeln an Armen, Beinen und Oberkörper, kleinen, etwas herab hängenden Brüsten, nicht unattraktiv, doch eben in ihrer ganzen Haltung ein wenig anders als die anderen Frauen, nackt vor einem Mann, und plötzlich spürte ich, wie schwach und schutzlos sie sich fühlte in dieser Lage.
Ermunternd lächelte ich sie an. Nein, die Gefahr bestand nicht, dass ich in ihr die Göttin erkennen und sie auf das große Altartuch in der Mitte des Kreises führen würde. Obwohl sie Gläubige und Priesterin war wie jede andere, damit rechnen, ja darauf hoffen sollte, dass ihr dieses Auszeichnung widerfuhr, war sie unsicher, geradezu ängstlich - und das nicht einmal meinetwegen. Es war die Situation, die Öffentlichkeit, was ihr Furcht einflößte. Tatsächlich sah sie in mir, der sie an jenem Abend vor zwei Wochen so rücksichtsvoll behandelt hatte, den einzigen Halt - wiederum für Karla eine mehr als verstörende Erfahrung, sich unter so vielen Frauen ausgerechnet von einem Mann in ihrer ganz unpriesterlichen Furcht verstanden zu sehen.
Ich richtete den rituellen Gruß an sie, und sie antwortete mir mit den vorgeschrieben Worten. Sahen und hörten die anderen, wie sie dabei leicht zitterte? Beim Kuss des Boten hielt sie sich jedenfalls tapfer, und schon war ich im Begriff, mich abzuwenden, als ich spürte, wie ihre Hand mich hielt, ja zu ihr zog. Ich blickte in ihre Augen und erschrak fast ein wenig, so viel Verlorenheit stand darin. Ich zog sie an mich und umarmte sie. Dass sie dabei völlig und ich weitgehend nackt war, spielte in diesem Moment keine Rolle. Ich blieb nicht völlig ohne Erregung, doch in erster Linie waren es Trost und Zuversicht, die gegeben und empfangen wurden.
Ich glaube, wir verharrten eine ganze Weile so, eng aneinander gedrückt, doch ohne weitere Bewegungen. Ich habe später Larissa vorsichtig gefragt, ob ihr irgendetwas aufgefallen sei bei meiner Umarmung mit Karla, doch sie verneinte. Ähnliche Szenen, bei der der Mann eher zum willkommenen Tröster als zum ersehnten Bräutigam wurde, waren offenbar bei dem Ritual auch nichts völlig Ungewöhnliches.

~+~

Nun schien sich für mich der Höhepunkt zu nähern. Die nächste neben Karla war Jenny, doch Jenny war die einzige in der Runde, die ich insgeheim für mich ausgeschlossen hatte. Anders als bei Tanath, bei der ich einfach nichts "spürte", empfand ich bei Jenny sehr wohl etwas, und zwar eine leichte Abscheu.
Jenny war weder hässlich noch uninteressant, doch sie wirkte ungepflegt und übertrieb es zum Ausgleich mit Make-up und vermeintlich kultischem Modeschmuck. Schmuddelige Kleider und ein leichter Körpergeruch machten sie auch nicht eben attraktiver, und vorhin bei den letzten Vorbereitungen in Larissas Haus hatte ich etwas gesehen, das mich regelrecht abgestoßen hatte.
Für die Zeremonie durften Priesterinnen nicht den geringsten Schmuck am Körper tragen; lediglich ein klein wenig Augen-Make-up war gestattet. Unter das Schmuckverbot fielen auch die bunt bemalten, künstlichen Fingernägel von übertriebener Länge, die Jenny normalerweise trug. Heute hatte ich also ihre Hände zum ersten Mal "ohne" gesehen - mit so traurigen, zerkauten Fingernägeln, dass mir bei dem Anblick war fast übel geworden wäre.

Außerdem war Ayla die nächste. Ayla ... ich musste mir keine Mühe geben, mich wie in Trance zu fühlen und zu bewegen. Ihre schlanke Figur in dem glänzend weißen Umhang mit roten und goldenen Symbolen, das engelsgleiche Gesicht, die langen, schwarzen Haare waren schon die ganze Zeit wie in meine Netzhaut gebrannt, auch als ich mit dem Rücken zu ihr bei Alexandra, Louise und Karla stand.
Ich trat auf sie zu. Sie lächelte nicht wie die anderen. Ernst und forschend blickte sie mich an, vielleicht um mir zu helfen, hier bei der Sache zu bleiben, vielleicht weil es ihr ebenso so ernst war wie mir, und wir beide wussten, dass hier keine einfache Bekanntschaft oder ein flüchtiges Abenteuer begann, sondern etwas wirklich Großes.
Ayla war nur wenige Zentimeter kleiner als ich, schlank und von dunklem Teint, den sie von ihrem türkischen Vater geerbt hatte. Als einzige zögerte sie, fast unmerklich, die Schließe an ihrem Hals zu öffnen, wie im stummen Einverständnis mit meinen Gefühlen. Denn ich war gar nicht begierig, sie nackt zu sehen, nicht sofort, war mit dem, was ich jetzt schon sah, vollauf beschäftigt - ihrem ebenmäßigen, ovalen Gesicht, den dunkel leuchtenden Augen, den wunderbaren, sanft geschwungenen, schwarzen Augenbrauen.
Dann sank ihr Umhang zu Boden, und mir stockte unwillkürlich der Atem. Sie war so beklemmend schön, dass es sich mir wie ein eisernes Band um den Brustkorb legte. Schlank und gerade waren ihre Gliedmaßen, die Hüfte schmal, die Brüste voll und rund, doch von der ganzen jugendlichen Straffheit ihrer erst 22 Jahre; Ayla war als jüngste der Acht erst vor einigen Monaten als eine Art Wunderkind in den Kreis aufgenommen worden.
Sie wirkte nicht so ängstlich wie Karla, doch schutzloser in ihrer Jugend, und ich fragte mich nicht zum ersten Mal, ob es klug gewesen war, eine so junge Frau zur vollwertigen Priesterin zu ernennen. Larissa hatte sich nur mit wenigen Worten dazu geäußert, und ich hatte auf Nachfragen verzichtet, um keinen Verdacht aufkommen zu lassen.

Aylas Mutter, eine Deutsche, war eine der wichtigsten Persönlichkeiten in dieser Gemeinschaft, für Deutschland wohl so etwas wie eine Hohepriesterin. Mit ihrem Mann, Aylas Vater, einem hoch gebildeten, westlich orientierten Intellektuellen aus Istanbul, hatte sie keine Schwierigkeiten deswegen gehabt. Doch er kam bei einem Unfall ums Leben, als Ayla zwei Jahre alt war. Damit begann für Mutter und Tochter eine Zeit ständiger Furcht, denn Angehörige des Mannes aus dem Osten der Türkei versuchten mehrfach, der Tochter habhaft zu werden, um sie nach ihren Vorstellungen zu erziehen. Die Mutter musste sich und vor allem Ayla verstecken, wobei ihr das verborgene Netzwerk der Astarte in ganz Europa zu Gute kam. So war Ayla von einem führenden Mitglied zum nächsten weiter gereicht worden und hatte dabei mehr gesehen und gelernt als die meisten Mitglieder der Gemeinschaft in ihrem ganzen Leben.

Mein Mund war fast zu trocken, Ayla den formellen Gruß zu entbieten, und auch sie hatte mit dem Antworten Schwierigkeiten. Immerhin war gefordert, dass trotz der Trommeln zumindest die jeweils neben uns stehenden Priesterinnen hören konnten, was gesagt wurde, Zeuginnen wurden für den Fall, dass die Göttin sich enthüllte. Dann folgte der rituelle Kuss, und als sich unsere Lippen berührten, war es, als würde ein Stromstoß durch ihren und meinen Körper laufen. Wir hielten uns an den Händen, die Lippen aufeinander gepresst, ja, wie aneinander fest gesaugt, und vermochten uns nicht zu rühren.
Deutlich spürte ich, wie ihre Brustwarzen gegen meinen Oberkörper drückten und mein aufgerichteter Schwanz sich knapp über dem Venushügel in ihren Unterleib bohrte. Doch Zeit und Bewegung waren wie eingefroren. Weder konnten wir uns vollends umarmen noch uns voneinander lösen. Der Kuss dauerte an, das Blut rauschte mir in den Ohren, und mich umfing ein Schwindelgefühl, als stände ich plötzlich auf einem sich rasch drehenden Karussell. War das das Zeichen - ein Zeichen, an das ich bis jetzt doch nie richtig geglaubt hatte? Geschah hier tatsächlich etwas Übernatürliches? Ich kann es nicht sagen. Ich weiß nur, dass in mir - auch in Ayla, wie ich später erfuhr - plötzlich ein Gedanke aufstieg, der von außen zu kommen schien, nicht wie ein Satz, den man jemand spricht, sondern wie eine Idee, ein ungeformter Impuls, und doch als klar verständliche Botschaft:
"Nicht sie. Sie ist mein Geschenk an dich, doch nicht ich selbst."

>>> Fragen, Anmerkungen, Kritik: gerne hier im Forum oder unter nicolas.scheerbarth@gmx.de >>>

Copyright Nicolas Scheerbarth 2009

 

Wie hat Ihnen diese Geschichte gefallen?

Bitte bewerten Sie diese Seite durch Klick auf die Symbole.

 

Schreiben Sie Ihre Meinung zu der Geschichte.

0 Kommentare


 

Leser heute: 5 - gesamt: 2227.

 

 

Diese Seite drucken